Paul Gauselmann_neu_final_NEU

Historie

1957 legte Paul Gauselmann mit seiner nebenberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Automatenaufsteller den Grundstein für die heutige Unternehmensgruppe Gauselmann. Die einmalige Entwicklung vom Einmannbetrieb zum internationalen Konzern ist eine deutsche Erfolgsstory, wie es sie nur wenige gibt. Angefangen hat der berufliche Werdegang des 1934 in Borghorst bei Münster geborenen Unternehmers mit seiner Ausbildung zum Fernmelderevisor. Seine nebenberufliche Tätigkeit als Aufsteller von Musikautomaten mündete 1964 in die vollständige Selbstständigkeit. Trotz der erheblichen Arbeitsbelastung fand der Jungunternehmer immer noch Zeit für sein Hobby: das Tüfteln. Er entwickelte unter anderem eine Fernwahlbox für deutsche Musikboxen – sein erstes von bis heute 300 eigenen Patenten.

1974 eröffnete Paul Gauselmann in Delmenhorst seine erste eigene und somit auch die erste moderne Spielothek. Das Tochterunternehmen CASINO MERKUR-SPIELOTHEK entwickelte sich in Deutschland in den folgenden Jahrzehnten zu einer der größten nationalen Spielstättenketten. 1986 eröffnete die Gauselmann Gruppe ihr erstes internationales Entertainmentcenter, 2006 wurde die Merkur Casino GmbH gegründet, um die internationale Spielstättenexpansion voranzutreiben, und 2014 in CASINO MERKUR International GmbH umfirmiert. Zukunftsweisend war auch das erste selbst entwickelte und produzierte Geldspielgerät (GSG) aus dem Hause Gauselmann, das 1977 unter dem Namen „Merkur B“ auf den Markt kam. 2014 lief das zweimillionste GSG in der Produktionsstätte in Lübbecke vom Band.

1980 wurde die Gauselmann AG als Holding mit zentralen Dienstleistungen für viele der in der Zwischenzeit entstandenen Unternehmen ins Leben gerufen. Mit der Gründung der Tochterfirma Atronic und dem Einstieg in das internationale Casino-Geräte-Geschäft starteten 1993 die globalen Aktivitäten der Gauselmann Gruppe. Im Mai 2008 ging Atronic komplett in die Verantwortung des amerikanischen Lotteriesystemanbieters GTECH über.

Heute ist das Tochterunternehmen adp Gauselmann GmbH mit der Brand Merkur Gaming für die Entwicklung und den Vertrieb von Unterhaltungsgeräten mit Geldgewinnmöglichkeit, Casino-Automaten sowie Video Lottery Terminals und Server-Based-Gaming-Systemen für die internationalen Märkte zuständig. Ein weiterer Meilenstein war die Zertifizierung der adp Gauselmann nach DIN EN ISO 9001:2008 Ende des Jahres 2002. Damit war die Gauselmann Gruppe das erste TÜV-geprüfte Unternehmen der Branche. 2003 erhielten auch die Segmente Gauselmann Großhandel und Merkur Servicegesellschaft die Zertifizierung, 2014 folgte die Zentrale von CASINO MERKUR-SPIELOTHEK.

Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld sind die neuen Medien. Das Unternehmenssegment bündelt in der im Jahr 2006 gegründeten Merkur Interactive GmbH die Aktivitäten in den Bereichen Sportwette, internetbasiertes Spiel (Online-Gaming) sowie Financial Services.

Mit der Übernahme der britischen Spielstättenkette Praesepe tätigte die Gauselmann Gruppe 2012 den größen Zukauf in der Geschichte der Unternehmensgruppe. Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung der ersten Spielbank im Dezember 2014 in Leuna-Günthersdorf (Sachsen-Anhalt). Die Spielbank wird von der Merkur Spielbanken Sachsen-Anhalt GmbH & Co. KG und ihrem Partner, der Stadtcasino Baden AG, betrieben.

Seit vielen Jahren widmet sich die Unternehmerfamilie Gauselmann auch der Verbandsarbeit. Seit 1966 ist Paul Gauselmann führend in Branchenverbänden aktiv, seit 1981 steht er ununterbrochen an der Spitze des Verbands der Deutschen Automatenindustrie e.V. (VDAI). Seit Jahrzehnten prägen auch die Söhne Paul Gauselmanns die Geschicke der Unternehmensgruppe. Diplom-Kaufmann Michael Gauselmann hat in über drei Jahrzehnten die Internationalisierung des Unternehmens maßgeblich vorangetrieben. Zudem gründete er gemeinsam mit jungen Aufstellunternehmern 1990 das „FORUM Junger Automatenunternehmer in Europa e.V.“, das heutige „FORUM für Automatenunternehmer in Europa e.V.“.

Diplom-Kaufmann Armin Gauselmann ist im Vorstand der Gauselmann Gruppe für die Bereiche Personal und Immobilien verantwortlich. Zudem betreut er das Deutsche Automatenmuseum – Sammlung Gauselmann, das 1985 von Michael Gauselmann ins Leben gerufen wurde, und steht zusammen mit Karin Gauselmann der Paul und Karin Gauselmann Stiftung vor. Im Aufsichtsrat unterstützt Karsten Gauselmann die Geschicke des Unternehmens. In den 1980er Jahren war zudem Peter Gauselmann als Diplom-Informatiker für den Aufbau der EDV-Abteilung, der heutigen BEIT Systemhaus GmbH, zuständig.

Um die Gauselmann Gruppe auch in Zukunft als Einheit zu sichern, wurde das Unternehmen zu Beginn des Jahres 2016 in eine Familienstiftung, die „Gauselmann-Familienstiftung“, überführt. Hierfür hat die gesamte Unternehmerfamilie ihre jeweiligen Anteile in die Stiftung eingebracht. Stiftungsbeirat und -vorstand sind mehrheitlich mit Mitgliedern der Familie Gauselmann besetzt.

92 Paul Gauselmann mit Gesellenstück 1953
92 Paul Gauselmann am Strumpfautomat 1960
93 1982 Paul Gauselmann mit Scheiben